Die Finanzierung Ihres Hausnotrufs: Ein Leitfaden zu Kostenübernahme und Pflegegraden

Paul Nemetz
8 Minuten
Lesezeit
Zuletzt aktualisiert:
6.3.2024
Eine ältere Frau, die telefoniert

Dieser umfassende Leitfaden beleuchtet alle Aspekte der Finanzierung Ihres Hausnotrufs. Erkunden Sie die Wichtigkeit von Hausnotrufsystemen, deren Funktionen und die Kosten für stationäre und mobile Systeme. Finden Sie detaillierte Informationen zur Kostenübernahme durch die Pflegekasse und wie der Pflegegrad die Finanzierung beeinflusst

Inhaltsverzeichnis

  1. TEST

Stellen Sie sich vor, Sie erleben einen medizinischen Notfall. Jede Minute, jede Sekunde zählt. Wie schnell Hilfe eintrifft, kann den Unterschied zwischen einer beherrschbaren Situation und einem kritischen Ausgang ausmachen. Auf der einen Seite geht es um Sicherheit, auf der anderen Seite um die Kosten, die dieser Schutz im Alltag möglich macht. Wir haben alle Informationen für dich zusammengetragen.

Warum ist ein Hausnotrufsystem wichtig?

Die Zahlen sprechen für sich: Laut deutschen Gesundheitsberichten kann der Einsatz von Hausnotrufsystemen die Reaktionszeit um entscheidende Minuten verkürzen und oft ein medizinisches Eingreifen innerhalb der "goldenen Stunde" ermöglichen - der ersten Stunde nach einem Unfall oder medizinischen Notfall, in der eine schnelle Behandlung am effektivsten ist.

Ein Hausnotrufsystem erhöht also nicht nur die Sicherheit, sondern auch das Gefühl der Selbständigkeit. Vor allem für ältere Menschen und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist es ein unschätzbarer Vorteil, zu wissen, dass sie bei einem Notfall schnell Hilfe erhalten können.

Die S.O.S.-Taste: Ihr direkter Rettungsanker

Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie sind zu Hause und plötzlich wird Ihnen schwindlig und Sie sind orientierungslos. Die Zeit drängt. Würden Sie jetzt lieber umständlich versuchen, Ihr Smartphone zu entsperren, zum Tastenfeld wechseln und sich dann eine Notrufnummer zu merken, aufzurufen und einzugeben? Oder würden Sie lieber eine einzige Taste drücken? Die Antwort ist simpel:

Das ist die Stärke der S.O.S.-Taste in Hausnotrufsystemen. Es ist einfach, direkt und rund um die Uhr verfügbar.

Mit nur einem Knopfdruck kontaktiert das System sofort einen vorher festgelegten Dienst oder eine Person, sei es ein Familienmitglied, ein Nachbar oder der medizinische Notdienst. Diese sofortige Verbindung kann besonders für ältere Menschen wertvoll sein, die weniger flinke Finger haben oder an Krankheiten leiden, die dazu führen können, dass sie plötzlich stürzen oder anderen Gefahren (z. B. bei Krankheit) ausgesetzt sind.

  • Minimierung von Risiken: Die Möglichkeit, bei einem Sturz, einer Ohnmacht oder anderen Notfällen schnell medizinische Hilfe zu bekommen, minimiert das Risiko schwerwiegender Komplikationen. Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen oder schweren Verletzungen kann dies lebensrettend sein.
  • Unterstützung für Pflegende: Ein Hausnotrufsystem ist nicht nur für den Hilfesuchenden eine Erleichterung, sondern auch für pflegende Angehörige. Die ständige Sorge, im Notfall nicht schnell genug da sein zu können, wird durch die Gewissheit gemindert, dass qualifizierte Hilfe nur einen Knopfdruck entfernt ist.
  • Flexibilität: Moderne Hausnotrufsysteme sind in der Regel sowohl für den Einsatz zu Hause als auch unterwegs geeignet. Zusatzfunktionen wie GPS-Ortung, Sturzerkennung und mobile Anwendungen bieten einen umfassenden Schutz.
  • Kosteneffizienz: Im Vergleich zu den potenziell sehr hohen Kosten für eine Notfallbehandlung oder einen Krankenhausaufenthalt, die durch eine verspätete Reaktion entstehen können, ist die Investition in ein Hausnotrufsystem oft wirtschaftlich sinnvoll.

Unser Lesetipp: Hausnotrufsysteme für Senioren

Tipp: Einfach & direkt Hausnotrufe vergleichen

Die Suche nach dem richtigen Hausnotruf kann zeitaufwendig sein. Deswegen haben wir die besten Vergleichsmöglichkeiten für Sie zusammengestellt:

Wichtige Funktionen und Nutzen

  1. Hausnotruf auf dem Mobiltelefon: Eine wesentliche Komponente kann es sein, dass Senioren direkt von ihrem Smartphone aus einen Notruf absetzen können. Die App ist oft mit einer Geolokalisierungsfunktion ausgestattet, die es erleichtert, sie im Notfall zu orten.
  2. Notfallknopf: Hierbei handelt es sich um einen tragbaren Notrufknopf, den Senioren ständig bei sich tragen können. Auf Knopfdruck wird eine Notrufzentrale oder eine zuvor festgelegte Kontaktstelle alarmiert.
  3. Sturzsensor: Ein Sturzsensor kann zusätzlich zum Notfallknopf erworben werden. Er erkennt Stürze automatisch und setzt einen Notruf ab. Dies ist besonders für Personen hilfreich, die nach einem Sturz möglicherweise nicht in der Lage sind, selbst einen Notruf auszulösen.
  4. Notfallknopf als Armband: Ähnlich wie der Notfallknopf kann ein Armband (auch als Halskette möglich) getragen werden und ermöglicht es, einen Notruf mit nur einem Knopfdruck auszulösen. Es ist oft wasserfest und damit auch für den Einsatz im Badezimmer geeignet.

Fallstudien

Die Realität in Deutschland - immer mehr Unfälle in den eigenen vier Wänden

Sie lesen ein Buch und trinken Tee, als Sie plötzlich einen dumpfen Schlag von oben hören. Ihr älterer Elternteil ist ausgerutscht und kann nicht mehr aufstehen. Was nun? Sie können Hilfe leisten, sich schnell nach oben bewegen und bei Bedarf einen Krankenwagen rufen. Doch was wäre, wenn niemand da wäre und der Mensch auf sich allein gestellt wäre und ein Notfall eintritt? Hier zeigen die Hausnotrufdienste ihrem Zweck:

Der Lebensretter im Winter

Frau Kundel ist 75 und lebt allein. Um für Notfälle gewappnet zu sein, hat sie ein Hausnotrufsystem installiert. Im strengen Winter stellte dieses System seinen Wert unter Beweis. Beim Verlassen ihres Hauses rutschte Sie auf der vereisten Treppe aus und konnte sich nicht mehr aufrappeln. Dank ihres tragbaren Notfallknopfs konnte sie sofort Hilfe rufen. Innerhalb weniger Minuten eilte ihr Nachbar herbei, den das System automatisch benachrichtigt hatte.

Der Alarm in der Nacht

Herr Mayer hat eine Vorgeschichte von Herzproblemen. Eines Nachts wachte er mit starken Brustschmerzen auf. Statt mühsam nach seinem Telefon zu suchen und den Notruf zu wählen, griff er einfach zu seinem Notfallknopf. Das Notrufsystem alarmierte sofort die Rettungskräfte, die rasch eintrafen und lebensrettende Maßnahmen ergreifen konnten. In einem kritischen Moment eliminierte das Notrufsystem kostbare Minuten der Verzögerung.

Vorbereitet bei Demenz

Frau Schmidt leidet an Demenz und kann sich oft nicht an Telefonnummern oder Notrufprozeduren erinnern. Ihre Familie hat für sie ein Hausnotrufsystem mit Sturzsensor installiert. Eines Tages stolperte Frau Schmidt und fiel in ihrer Wohnung. Der Sturzsensor erkannte den Vorfall und löste automatisch einen Notruf aus. Ihre Tochter, die als Notfallkontakt hinterlegt war, wurde sofort informiert und konnte rechtzeitig Hilfe schicken. Dank des Systems konnte eine Verschlechterung ihres Zustands verhindert werden.

In all diesen Beispielen zeigt sich, wie effizient und lebensrettend ein gut gewähltes Hausnotrufsystem sein kann. Es bietet nicht nur ein Gefühl der Sicherheit, sondern ist oft ein entscheidender Faktor in kritischen Notfällen.

Gut zu wissen:
Für Menschen mit kognitiven Einschränkungen wie Alzheimer oder Demenz ist das Abwandern ein echtes und beängstigendes Problem. Bestens geeignet hierfür sind sogenannte GPS-Tracker für Senioren.

Das Ziel: Wenn die Person ein bestimmtes Gebiet verlässt, z. B. ein Haus oder eine Pflegeeinrichtung, sendet das System sofort einen Alarm an die Betreuer oder Familienmitglieder. Gleichwohl kann man jederzeit den Standort der Person abfragen.

Was kostet ein Hausnotruf?

Die Kosten für ein Hausnotrufsystem können stark variieren, abhängig von Anbieter, Funktionsumfang und Vertragsdetails. Im Durchschnitt können die monatlichen Kosten für ein Basis-Hausnotrufsystem (24/7 erreichbar) zwischen 20 und 50 Euro liegen. Hierbei sind grundlegende Funktionen wie ein Notrufknopf und eine Basisstation in der Regel inklusive.

Monatliche Kosten für stationäre Hausnotrufsysteme

Ohne Pflegegrad (Preise können regional unterschiedlich sein)

Anbieter Basisprodukt Mit Hintergrunddienst
Johanniter 25,00€ 52,00€
Malteser 27,00€ 49,90€
DRK 24,95€ 47,95€
ASB 23,00€ 39,50€

Mit Pflegegrad (Preise können regional unterschiedlich sein)

Anbieter Basisprodukt Mit Hintergrunddienst
Johanniter 0,00€ 29,00€
Malteser 0,00€ 26,90€
DRK 0,00€ 24,95€
ASB 0,00€ 16,50€

Monatliche Kosten für mobile Hausnotrufsysteme

Ohne Pflegegrad (Preise können regional unterschiedlich sein)

Anbieter Basisprodukt Mit Hintergrunddienst
Johanniter 35,00€ 62,00€
Malteser kein Angebot kein Angebot
DRK 39,95€ 59,95€
ASB 19,90€ 39,95€

Mit Pflegegrad (Preise können regional unterschiedlich sein)

Anbieter Basisprodukt Mit Hintergrunddienst
Johanniter 0,00€ 29,00€
Malteser 0,00€ 26,90€
DRK 0,00€ 24,95€
ASB 0,00€ 16,50€

 Zusätzliche Kosten

Neben den monatlichen Gebühren können weitere Kosten anfallen:

  1. Einrichtungsgebühr: Einmalige Gebühr für die Installation des Systems, die zwischen 30 und 80 Euro liegen kann.
  2. Zusätzliche Ausstattung: Erweiterungen wie Rauchmelder oder Sturzsensoren können zusätzliche Kosten verursachen, die je nach Anbieter und Produkt variieren.
  3. Servicegebühren: Für spezielle Dienstleistungen wie professionelle Installation oder regelmäßige Wartung können zusätzliche Gebühren anfallen.
  4. Mobilfunkgebühren: Wenn das System eine Mobilfunkverbindung benötigt, können dafür gesonderte Kosten anfallen.
  • Vertragsbindung: Je nach Vertragslaufzeit können Kündigungsgebühren anfallen, sollten Sie den Dienst vorzeitig beenden wollen.

Unser Lesetipp: Das kommt auf Sie zu und diese Zuschüsse können Sie nutzen

Finanzierung durch die Pflegekasse: So geht's

Vorab ist eines wichtig: Das Hausnotrufsystem ist ein zugelassenes Hilfsmittel, dass durch aus bezuschusst werden kann, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Nach § 40, Absatz 1 des Sozialgesetzbuches (SGB XI) kann die Pflegekasse die Nutzungsgebühren für ein Hausnotrufsystem mit 25,50 Euro pro Monat bezuschussen. Dieser Zuschuss steht Ihnen dann zu, wenn Sie beispielsweise Pflegebedürftig sind. Wir haben die wichtigsten Informationen aufbereitet:

Krankenkasse und Pflegekasse: Was ist der Unterschied?

Während die Krankenkasse primär für die medizinische Versorgung zuständig ist, kümmert sich die Pflegekasse um Leistungen, die im Zusammenhang mit der Pflegebedürftigkeit stehen. Bei einem Hausnotrufsystem sind es in der Regel die Pflegekassen, die für eine mögliche Kostenübernahme infrage kommen.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Warum es wichtig ist

Bevor Sie einen Antrag bei der Pflegekasse stellen, sollten Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis verschiedener Anbieter bewerten. Günstigere Angebote sind nicht immer die besten, vor allem wenn sie wichtige Funktionen wie einen Sturzsensor oder mobile Erreichbarkeit ausschließen.

Möglichkeiten der Kostenübernahme

  1. Pflegegrad: Bereits ab Pflegegrad 1 kann die Pflegekasse einen finanziellen Beitrag leisten.
  2. Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen: Unter bestimmten Umständen können auch zusätzliche Leistungen beantragt werden, die die Kosten eines Hausnotrufsystems abdecken.

Anforderungen für die Kostenübernahme

  1. Ärztliches Attest: Ein Attest eines Arztes, das die Notwendigkeit eines Hausnotrufsystems bestätigt, ist oft erforderlich.
  2. Pflegebedürftigkeit: Sie müssen einen Pflegegrad beantragen oder bereits haben, um für die Kostenübernahme in Frage zu kommen.
  3. Kostenvoranschlag: Einige Pflegekassen verlangen einen Kostenvoranschlag, um die Angemessenheit der Ausgaben zu überprüfen.

Antragsverfahren

  1. Antragstellung: Der erste Schritt ist die Antragstellung bei der Pflegekasse. Dafür benötigen Sie in der Regel ein ärztliches Attest und einen Kostenvoranschlag.
  2. Prüfung: Nach dem Einreichen des Antrags wird dieser von der Pflegekasse geprüft. Dies kann einige Wochen dauern.
  3. Genehmigung und Auszahlung: Bei Genehmigung werden die Kosten entweder direkt an den Anbieter gezahlt oder sie werden Ihnen erstattet, je nach den Richtlinien der jeweiligen Pflegekasse.
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Hier können Sie prüfen ob ein Anspruch auf Zuschuss für einen Hausnotruf durch Ihre Pflegekasse besteht:
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Einfluss des Pflegegrads auf die Kostenübernahme

Die Pflegestufe einer Person (d.h. auch die Pflegebedürftigkeit) spielt eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung, ob und in welchem Umfang die Kosten für ein Hausnotrufsystem von der Pflegekasse übernommen werden können. Wie bereits erwähnt, können die Kosten für den Hausnotruf jedoch bereits in Pflegegrad 1 bezuschusst werden.

Was sind Pflegegrade?

Pflegegrade sind ein Bewertungssystem, das den Grad der Pflegebedürftigkeit einer Person angibt. Wir haben bei uns in Deutschland fünf Pflegegrade, die von geringfügiger Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (Pflegegrad 1) bis zu schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (Pflegegrad 5) reichen.

  1. Pflegegrad 1: Geringfügige Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Hier liegt eine niedrige Punktzahl vor, und der Bedarf an Pflegeleistungen ist gering. Oft sind es ältere Menschen, die noch relativ selbstständig sind, aber dennoch eine gewisse Unterstützung benötigen.
  2. Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit. Personen mit diesem Grad haben bereits einen höheren Bedarf an Pflegeleistungen, besonders in der Grundpflege und im Haushalt.
  3. Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. In diesem Fall ist bereits eine intensivere Betreuung und Pflege erforderlich, die über die Grundpflege hinausgeht.
  4. Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Hier ist oft eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung erforderlich, da die Personen in fast allen Bereichen des täglichen Lebens eingeschränkt sind.
  5. Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen (und Pflegehilfsmittel) an die pflegerische Versorgung. Dieser Grad betrifft Menschen, die nicht nur in ihrer Mobilität und Selbstständigkeit stark eingeschränkt sind, sondern auch spezielle medizinische und pflegerische Anforderungen haben, z.B. durch schwere Krankheiten oder Behinderungen.

Unser Lesetipp: Ratgeber Pflegegrad

Beantragung eines Pflegegrads

Beantragung eines Pflegegrads

Falls Sie noch keinen Pflegegrad haben, müssen Sie einen Antrag bei Ihrer Pflegekasse stellen. Hier sind die Schritte im Überblick:

  1. Antragsformular: Das Antragsformular kann bei der Pflegekasse angefordert oder online heruntergeladen werden.
  2. Begutachtung: Nach dem Einreichen des Antrags kommt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zu einer persönlichen Begutachtung.
  3. Entscheidung: Auf Grundlage der Begutachtung wird ein Pflegegrad zugeteilt, der dann die Grundlage für die mögliche Kostenübernahme bildet.

Unser Lesetipp: Pflege beantragen

Was passiert, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Natürlich gibt es Fälle in welchen die Kostenübernahme durch die Pflegekasse verweigert wird. Dann gilt es jedoch vorerst einmal herauszufinden, was die Gründe hierfür sind. In den oberen Abschnitten, haben wir bereits erfahren, dass einige Vorab-Prozesse notwendig sind, um sich für die Zuschüsse zu "qualifizieren".

Gründe für die Ablehnung

In der Regel ist eine Ablehnung auf einen von drei Faktoren zurückzuführen:

  1. Fehlende Pflegegrade: Wenn kein anerkannter Pflegegrad vorliegt, übernimmt die Pflegekasse in der Regel die Kosten für den Hausnotruf nicht.
  2. Unzureichende Bedingungen: Es könnte sein, dass die Kostenübernahme für den Hausnotruf abgelehnt wird, weil kein medizinische Notwendigkeit vorliegt.

Widerspruch und alternative Finanzierung

Wenn Ihr Antrag abgelehnt wird, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Sie haben immer die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Hierfür ist eine genaue Überprüfung der Ablehnungsgründe erforderlich. Sobald diese identifiziert sind, kann ein schriftlicher Widerspruch formuliert werden, der die Entscheidung der Versicherung anficht.

Alternativen, wenn alle Stricke reißen

Falls der Widerspruch scheitert, gibt es noch andere Wege:

  1. Private Finanzierung: Die einfachste, aber kostenintensivste Möglichkeit ist die vollständige private Finanzierung des Systems.
  2. Soziale Einrichtungen und Stiftungen: Einige soziale Einrichtungen bieten finanzielle Unterstützung für derartige Dienste an.
  3. Familienunterstützung: In einigen Fällen können Familienmitglieder die Kosten übernehmen oder sich daran beteiligen.

Ratschläge für den Antragsprozess

Eine gut vorbereitete Antragstellung ist der beste Ratschlag. Denn sobald die Beantragung nicht ordentlich von statten geht, kann es sein, dass sich der Ganze Prozess hinauszögert und es zu einer bürokratischen Hürde wird. Neben emotionalen und medizinischen Aspekten gehört auch die administrative Komponente dazu. Daher ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich.

Best-Practice-Tipps

Best-Practice-Tipps

  • Frühzeitig Starten: Verschaffen Sie sich frühzeitig einen Überblick über alle erforderlichen Unterlagen und Informationen.
  • Fachkundige Beratung Einholen: Oftmals ist es hilfreich, einen Experten zu Rate zu ziehen, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen erfüllt sind.
  • Genauigkeit und Vollständigkeit: Alle erforderlichen Dokumente sollten vollständig und präzise ausgefüllt werden. Unvollständige Anträge können zu Verzögerungen führen.
  • Dokumentation: Halten Sie ärztliche Diagnosen, Medikationspläne und andere medizinische Informationen bereit, die die Pflegebedürftigkeit belegen.
  • Persönliche Begutachtung: Bereiten Sie sich auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) vor. Je nach Pflegegrad werden unterschiedliche Kriterien bewertet.
  • Widerspruchsrecht: Falls der Bescheid negativ ausfällt oder Ihnen ein zu niedriger Pflegegrad zugeteilt wird, haben Sie das Recht, Widerspruch einzulegen. Auch hierbei kann eine professionelle Beratung hilfreich sein.

Checkliste für die Beantragung des Hausnotruf-Systems

Mit dieser Checkliste haben Sie alle wichtigen Punkte im Blick und können systematisch vorgehen, um die Chancen einer erfolgreichen Antragstellung zu erhöhen.

Wie findet man den richtigen Anbieter für Notrufsysteme?

Der Markt für Notrufsysteme wächst stetig, und immer mehr Unternehmen bieten diverse Funktionen und Dienstleistungen an. Doch nicht jeder Anbieter verspricht dabei die besten Leistungen. Wenn es darum geht, ein sicheres und zuverlässiges Notrufsystem zu finden, bieten wir bei Senioren Focus eine klare und transparente Plattform, um den besten Anbieter für Ihre Bedürfnisse auszuwählen. Hier sind einige Kriterien und Fragen, die wir gemeinsam begutachten.

Unser Lesetipp: Der große Hausnotruf Vergleich

Auswahlkriterien

  1. Zuverlässigkeit des Systems: Wir legen großen Wert darauf, nur Anbieter zu listen, die eine hohe Kompetenz aufweisen und deren Systeme einwandfrei funktionieren.
  2. Reaktionszeit: Wir prüfen die durchschnittliche Zeit, die der Dienst benötigt, um auf einen Notruf zu reagieren.
  3. Zusätzliche Funktionen: Welche Mehrwerte bietet das System und welche Funktionen hat es?
  4. Kosten: Wir stellen sicher, dass die Preise der Anbieter transparent und verständlich sind.
  5. Kundenservice: Ein Rund-um-die-Uhr-Kundenservice ist ein Muss.
  6. Erfahrungsberichte: Wir sammeln und teilen Erfahrungen bisheriger Nutzer.
  7. Datenschutz: Ihre persönlichen Informationen sind sicher.

Fragen an den Anbieter

  1. Wo wird das Notrufsystem benötigt?
  2. Berücksichtigen Sie den jeweiligen Anwendungsbereich: Innen oder Außen.
  3. Für wen benötigen Sie den Hausnotruf?
  4. Ideal für alleinstehende Senioren oder Menschen mit speziellen medizinischen Anforderungen.
  5. Wer soll bei einem Notfall benachrichtigt werden?
  6. Wählen Sie aus einer Liste von Kontaktpersonen aus.
  7. Wo soll für Notfälle ein Schlüssel hinterlegt werden?
  8. Viele Anbieter bieten zusätzlich sichere Schlüsselboxen an.
  9. Liegt ein Pflegegrad oder eine Pflegestufe vor?
  10. Dies ist besonders wichtig für mögliche Zuschüsse und finanzielle Unterstützung.

Häufig gestellte Fragen

Die wichtigsten Fragen & Antworten zum Thema, die häufig von unseren Nutzern gestellt werden.

Ist ein Hausnotrufsystem nur für Personen in einem bestimmten Alter geeignet?

Nein, ein Hausnotrufsystem ist nicht nur für Senioren oder Personen in einem höheren Altersbereich gedacht. Auch jüngere Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen oder chronischen Erkrankungen können davon profitieren.

Wie wichtig ist eine individuelle Beratung vor der Anschaffung eines Hausnotrufsystems?

Eine individuelle Beratung ist entscheidend. Da es viele verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Funktionen gibt, sollte die Auswahl auf den konkreten Bedarf der betroffenen Person abgestimmt sein. In der Beratung können zum Beispiel die Mobilität der Person, die räumlichen Gegebenheiten und spezielle gesundheitliche Anforderungen besprochen werden.

Deckt die Pflegeversicherung die Kosten für ein Hausnotrufsystem?

In vielen Fällen ja. Personen mit einem anerkannten Pflegegrad können Leistungen aus ihrer Pflegeversicherung für die Anschaffung und den Betrieb eines Hausnotrufsystems erhalten. Die genauen Konditionen sollten jedoch direkt mit der jeweiligen Pflegekasse abgeklärt werden.

Wie funktioniert ein Hausnotrufsystem, wenn ich den Großteil des Tages nicht zu Hause bin?

Moderne Systeme bieten oft mobile Optionen an, da man weite Teile des Tages nicht unbedingt in den eigenen vier Wänden verbringen muss. Einige Geräte verfügen zum Beispiel über GPS-Tracking und können daher auch außerhalb der eigenen vier Wände effektiv eingesetzt werden.

Welche Reichweite hat ein typisches Hausnotrufsystem?

Die Reichweite variiert je nach Modell und kann von einigen Metern bis zu mehreren hundert Metern reichen. Besonders für Menschen, die einen großen Garten haben oder sich oft in verschiedenen Teilen eines großen Hauses aufhalten, ist die Reichweite ein wichtiges Auswahlkriterium.

Haben Sie noch Fragen?

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